Themenschwerpunkt 2

Berufs-, Bildungs- und Wissenschaftssprache. Anspruch, Vorgaben und Wirklichkeit

Koordination:

Iris Beckmann-Schulz (FaDaF & IQ Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch, passage gGmbH, Hamburg): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Martina Franz dos Santos (Universität Marburg): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Dr. Melanie Moll (FaDaF & LMU München / Deutschkurse bei der Universität München e.V.): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Jennifer Müller (Universität Marburg): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Hang Xu (Universität Marburg): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Prof. Dr. Jin Zhao (Tongji-Universität Shanghai): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wer sich Deutsch als Berufs-, Bildungs- oder Wissenschaftssprache aneignet, tut dies zumeist mit Blick auf bestimmte Berufs-, Studien- und Ausbildungsziele. Das Erreichen dieser Ziele ist häufig an sprachliche Mindestanforderungen gebunden, die von Bildungsinstitutionen und zum Teil auch von Arbeitgebern meist unter Verwendung der Niveaustufen des GER vorgegeben werden. Dabei kommt es häufig zu Diskrepanzen zwischen den institutionell festgeschriebenen und den tatsächlich benötigten berufs-, bildungs- und wissenschaftssprachlichen Kompetenzen.

Unter diesem Tagungsschwerpunkt sollen Ansprüche, Vorgaben und sprachpraktische Wirklichkeit in verschiedenen institutionellen und arbeitsmarktlichen Kontexten thematisiert und einander gegenübergestellt werden. Sprachstrukturelle, sprachdidaktische und sprachpolitische Überlegungen stehen dabei im Mittelpunkt. Erwünscht sind Beiträge zu den folgenden Fragestellungen:

  • Wie verhalten sich die Konzepte von Berufs-, Bildungs- und Wissenschaftssprache zueinander und zur Alltagssprache? Wie lassen sie sich terminologisch, systematisch und theoretisch abgrenzen bzw. zueinander ins Verhältnis setzen?
  • Welche sprachlichen Charakteristika weisen Berufs-, Bildungs- und Wissenschaftssprache auf? Welche sprachstrukturellen Unterschiede gibt es, auch im Vergleich zu den Herkunftssprachen?
  • Welcher Bedarf besteht hinsichtlich deutscher Sprachkenntnisse in den jeweiligen Fächern, Disziplinen, Berufsfeldern? Wie unterscheidet sich der Bedarf institutionenspezifisch (Universitäten, Hochschulen, Bildungsträger, Wirtschaftsunternehmen, Schulen)? Wie wird zwischen den verschiedenen Etappen eines Bildungsprozesses unterschieden? Wie werden im Sinne einer Teilnehmerorientierung auch subjektive Bedarfe von Sprachlernenden in Bezug auf den Auf- und Ausbau ihrer sprachlichen Handlungskompetenz eingebunden?
  • Wie werden im gesteuerten Erwerb von Berufs-, Bildungs- und Wissenschaftssprache Lernziele definiert und Kompetenzen beschrieben? Welche Sprachniveaus gemäß GER werden im deutschsprachigen Raum für Schule, Studium und Beruf gefordert, und welche Unterschiede bezüglich der Niveau-Vorgaben gibt es? In welchem Verhältnis stehen theoretisch formulierte Ansprüche bezüglich bestimmter Sprachniveaus und tatsächliche sprachpraktische Anforderungen zueinander? Inwiefern wird berücksichtigt, dass es in der Praxis oftmals große Unterschiede zwischen den tatsächlich erforderlichen rezeptiven und produktiven sprachlichen Kompetenzen gibt?
  • Welche diagnostischen Verfahren der Sprachstandserhebung bieten sich an, um förderbedürftige Sprachbereiche zu identifizieren und Sprachstände im berufs-, bildungs- und wissenschaftssprachlichen Erwerbsprozess zu dokumentieren? Welche Qualitätsmerkmale und Gütekriterien bedingen die Auswahl geeigneter Verfahren?
  • Welche Vermittlungskonzepte und Lehrmaterialien eignen sich für den Erwerb der jeweils charakteristischen sprachlichen Strukturen? Wie könnten diese für die Lehrwerksentwicklung und Lehrkräftequalifizierung genutzt werden? Gibt es Kriterien zur Entwicklung und Evaluation solcher Konzepte und Materialien?
  • Welche expliziten – oder evtl. auch impliziten – sprachpolitischen Positionen zum Stellenwert des Deutschen bzw. zu den sprachlichen Zugangsvoraussetzungen für Hochschulen, Aus- und Weiterbildungsinstitutionen gibt es?

Wir freuen uns über Ihre Vortragsabstracts (ca. 20 Zeilen Länge), die Sie ab dem 05.09.2019 bis zum 31.12.2019 ausschließlich über das Online-Formular einreichen können (ca. 30 Minuten Vortrag und ca. 30 Min. Diskussionszeit). Abstracts, die direkt an die KoordinatorInnen des Themenschwerpunkts gehen, werden NICHT berücksichtigt! Die KoordinatorInnen stehen aber natürlich gern für Rückfragen zur Verfügung.